Wie viel Detox braucht der Körper?

Stoffwechselorgane regulieren das körperliche Gleichgewicht. Detox-Methoden sollen den Körper reinigen und das Wohlbefinden ­­fördern. Wissenschaftlich ist das jedoch nicht erwiesen.

Im Frühling steigt das Bedürfnis, winterlichen «Ballast» abzu­werfen und den Körper von gemachten «Sünden» zu reinigen. Jetzt ist somit der ideale Zeitpunkt zum Entschlacken, auch Detoxen genannt.

Unter Detoxifikation, kurz Detox, versteht man das Reinigen des Organis­mus von schädigenden Stoffen, die über die Nahrung, Schleimhäute oder Haut aufgenommen wurden. Unser Körper ist in der industrialisierten Welt giftigen und synthetischen Substanzen ausgesetzt: Pestiziden, Konservierungs­mitteln, Schwermetallen, hormonaktiven Substanzen … Solchen Einflüssen setzt der Organismus ein raffiniertes System entgegen. Stoffwechselorgane wie Leber, ­Nieren, Lunge, Haut und Lymph­system transportieren die Giftstoffe aus dem Körper. Die Fremdstoffe sind normalerweise nach Stunden oder wenigen Tagen abtransportiert. Einige scheidet er nur langsam aus, sie lagern sich im Fett­gewebe ab – teilweise über Jahre.

Wirkung ist umstritten

Mediziner verstehen unter Detox die Entgiftung des Körpers von Rauschmitteln wie Alkohol oder Nikotin. Wer Alkohol und Nikotin entsagt, ausgewogen isst, sich viel bewegt, ausreichend schläft und trinkt, braucht nicht zu detoxen. Anders das Bild in der breiten Be­völkerung: Smoothies, Tees, Einläufe oder eine Ernährung im ­Säuren-Basen-Gleichgewicht sollen von Schlacken befreien. Dass diese Methoden das Wohlbefinden ­steigern, begründen Mediziner eher psychologisch-psychosomatisch als biochemisch. Schulmedizinisch ist die Wirkung umstritten, da Schlacke wissenschaftlich nicht nachweisbar ist. In der Komple­mentärmedizin schreibt man Detox eine grosse Wirkung zu – vereinzelt sogar Heilwirkung. Die Idee des Entschlackens ist nicht neu: Einige Methoden sind Bestandteil des ­indischen Ayurveda oder der Traditionellen Chinesischen Medizin. Sie helfen dem Körper, Schadstoffe auszuscheiden.

Stoffwechsel anregen

Um den Organismus beim Ent­giften zu unterstützen, haben sich die folgenden Tipps bewährt:

  • Viel trinken. Empfohlen werden zwei bis zweieinhalb Liter pro Tag – am besten Wasser oder ungesüsste Kräutertees. Eine von Ernährungswissenschaftlern erstellte Faustregel lautet: 30 bis 40 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht trinken.
  • Sich bewegen – am besten an der frischen Luft – regt den Kreislauf an und intensiviert den Stoffwechsel.
  • Ausreichend schlafen reguliert den Stoffwechsel. Hat der Körper zu kurze Erholungsphasen, gelingt es ihm nicht, die Nahrung zu verstoffwechseln.
  • Gesund ernähren. Auf Alkohol und Zigaretten verzichten. Weniger Kaffee, Zucker, Fertig­gerichte, Wurst und verarbeitetes Fleisch. Mit frischen Zutaten ­kochen und viel Gemüse, Salat, Obst, Fisch und hochwertige Öle konsumieren.

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