Anreize für Patientenverfügungen

Bei medizinischen Massnahmen achten Ärzte, Pflegekräfte oder Institutionen den Willen des Patienten. Das Ausfüllen einer Patientenverfügung stellt sicher, dass der Wille auch dann berücksichtigt wird, wenn sich der Patient nicht mehr selbst äussern kann oder nicht mehr urteilsfähig ist. Im Parlament kam der Vorschlag auf, Patientenverfügungen durch Anreize zu fördern.

Pro

Marcel Dobler, Nationalrat FDP

«Nicht nur ältere Menschen sollten sich mit Patientenverfügungen auseinandersetzen, sondern auch jüngere: So kann ein Unfall auch sie in eine Situation bringen, in der sie ihren Willen nicht mehr äussern können. Es macht Sinn, die Verbreitung dieses wichtigen Instrumentes in der persönlichen Vorsorge zu fördern. Vor dem Hintergrund von Organspenden erhalten Patientenverfügungen weiteres Gewicht. Als Nebeneffekt könnten sie zudem helfen, Gesundheitskosten zu senken. Ich sehe deshalb kein Problem, wenn Krankenversicherungen die Möglichkeit erhielten, einen einmaligen Gutschein für die Erstellung einer Patientenverfügung an ihre Versicherten abzugeben.»

Contra

Dr. Ruth Baumann-Hölzle, Institutsleiterin Stiftung «Dialog Ethik»

«Patientenverfügungen haben nicht die Aufgabe, Gesundheitskosten zu senken, sondern gutes Sterben zu unterstützen. Sie fordern deshalb auch Therapiemassnahmen ein, wie z. B. eine palliative Behandlung. Es geht nicht darum, finanzielle Anreize zu setzen, dass finanziell schlecht gestellte Personen auf sinnvolle Therapien mit einer Patientenverfügung verzichten, sondern das Anreizsystem des Gesundheitswesens auf Seiten der Leistungserbringer zur Mengenausweitung und Fehlversorgung ist zu ändern.»


SWICA hat eine Liste von mit Links auf kürzere und umfassendere Patientenverfügungen zusammengestellt: swica.ch/de/private/services/nuetzliches/verfuegungen

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