Zugang zur Fortpflanzungsmedizin für alle – Ja oder Nein?

Gemäss der gegenwärtigen Rechtslage ist es gleichgeschlecht­lichen Paaren, Alleinstehenden und Frauen nach der Menopause nicht erlaubt, von der modernen Fortpflanzungsmedizin zu profitieren.

Gemäss der gegenwärtigen Rechtslage ist es gleichgeschlecht­lichen Paaren, Alleinstehenden und Frauen nach der Menopause nicht erlaubt, von der modernen Fortpflanzungsmedizin zu profitieren. Das Gesetz beschränkt den Zugang auf Personen, die in einer stabilen heterosexuellen Partner-schaft leben und für die Pflege sowie Erziehung eines Kindes aufkommen können. In der ­Öffentlichkeit wird nun immer öfter darüber diskutiert, ob solche Einschränkungen noch zeitgemäss sind. Personen, die die be-stehenden Beschränkungen aufrechterhalten möchten, nennen als Grund meist das Kindeswohl. Befürworter der Fortpflanzungsmedizin dagegen argumentieren mit der Fortpflanzungsfreiheit.

JA

Rosmarie Quadranti, Nationalrätin BDP

«Fortpflanzungsmedizin und Kindeswohl sind kein Wider-spruch. Gleichgeschlechtliche Paare können genau die gleich guten Eltern sein wie heterosexuelle. Eine Allein­stehende kann genau die gleich gute Mutter sein wie eine Geschiedene. ­Unser Gesetz zur Fortpflanzungs­medizin muss revidiert werden und dabei darf das Kindeswohl mit im Zentrum stehen. Das Höchstalter der Frau könnte z.B. geregelt und das Verbot der Eizellspende aufgehoben werden. Kinderwunsch und Kindeswohl sind kein Widerspruch. Die heutigen Diskriminierungen richten sich nicht nach dem Kindswohl aus. Eine zeitgemässe Regelung ist daher dringend nötig.»

NEIN

Marianne Streiff, Nationalrätin und Präsidentin EVP

«Wenn die Samenspende für lesbische Paare erlaubt wird, muss konsequenter-weise die Leihmutterschaft für schwule Paare folgen, um diese juristisch nicht zu diskriminieren. Bei einer Leihmutterschaft verein-bart eine Frau vertraglich, ein (gesundes) Kind für jemand anderen zu gebären, es bei der Geburt aufzugeben und dem Vertragspartner zu übergeben. Das Kind wird zum Handelsgut. Es muss damit leben, dass seine leibliche Mutter es für Geld weggegeben hat. Die Konsequenzen für die Identitätsfindung und Entwicklung des Kindes sind nicht absehbar. Die Risiken in Bezug Aus­beutung von Mutter und Kind sind hoch.»

2 Kommentare über “Zugang zur Fortpflanzungsmedizin für alle – Ja oder Nein?

  1. Grundsätzlich: Es spielt keine Rolle welche sexuelle Ausrichtung die Eltern haben, wenn das Kind gewollt und mit Liebe aufgezogen wird.
    ABER ich finde, es sollten erst mal die (heterosexuellen) Paare in einer stabilen Partnerschaft von Krankenkassen unterstützt werden, die ein Kind möchten und bei denen es aus gesundheitlichen Gründen nur auf künstlichem Weg möglich ist. In der Schweiz erhalten diese Paare nämlich NULL Unterstützung von Krankenkassen (im Gegensatz zu Deutschland oder Österreich z.B.).

    1. Liebe Frau Nötzli

      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Auch in der Schweiz werden Leistungen in diesem Bereich vergütet. Die hormonelle Stimulation bei nur schwacher Empfängnisbereitschaft der Frau wird beispielsweise aus der Grundversicherung übernommen. Die Kosten für die hormonelle Stimulation können aber nur übernommen werden, sofern ein Gesuch vorgängig bei SWICA eingereicht wurde.
      Falls Sie noch Fragen haben, der SWICA Kundenservice 7×24 ist unter der Nummer 0800 80 90 80 rund um die Uhr erreichbar und wird Ihre Fragen direkt beantworten oder dafür sorgen, dass jemand mit Ihnen Kontakt aufnimmt.

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