«Stresshormone wirken direkt im Immunsystem»

Im Interview erklärt Dr. Samuel Gehrke, wie psychische Faktoren das Immunsystem beeinflussen können.

Können Gedanken das Immunsystem beeinflussen?

«Studien zeigen, dass Menschen mit positiveren Gedanken besser auf Impfstoffe reagieren und eine wirksamere Immunzellfunktion aufweisen. Negative Stimmungen bringen ein erhöhtes Risiko für schädliche Entzündungen mit sich.»

Wie wirkt sich Stress langfristig auf das Immunsystem aus?

«Stress veranlasst das Gehirn zur Ausschüttung von Stresshormonen. Diese wirken direkt im Immunsystem und setzen dessen Funktion herab. Stress vermindert die Fähigkeit der Immunzellen, sich zu vermehren, um Krankheitserreger abzutöten.»

Wie zeigen sich Stress oder psychische Probleme körperlich?

«Stress oder psychische Probleme können sich als Schmerzen, neurologische Probleme, Magen-Darm-Beschwerden oder auch als sexuelle Funktionsstörungen zeigen. Diese Symptome sind echt, sie existieren, der Körper leidet darunter. Die Belastung, die von diesen Symptomen ausgeht, beeinträchtigt das tägliche Leben erheblich.»

Dr. Samuel Gehrke, Assistenzarzt, Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik, Universitätsspital Zürich