Abhängigkeit der Arzneimittelversorgung vom Ausland

Aus Kostengründen beziehen viele Pharmaunternehmen Wirkstoffe für Medikamente aus dem Ausland. Verändert sich die Weltlage, kann dies die Medikamentenversorgung in der Schweiz beeinflussen und es kann zu Lieferengpässen kommen. Laut einer Interpellation im Parlament soll die Abhängigkeit der Arzneimittelversorgung vom Ausland abgebaut werden.

Pro

Lukas Reimann, Nationalrat SVP

«Eine Ursache für Lieferengpässe bei Medikamenten ist die Zentralisierung der Produktion bei nur einem Hersteller und gleichzeitig die Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland, insbesondere nach China und Indien. Das führt zu gefährlichen Auslandsabhängigkeiten und kann die Qualität der Produkte wegen abweichender Sicherheitsanforderungen verschlechtern. Produktionsausfälle und Medikamentenrückrufe nehmen seither zu. Die Coronazeit zeigte: In der Krise schaut jedes Land zuerst für sich. Produzieren wir daher wieder mehr in der Schweiz. Neben Qualität, Gesundheit und Versorgungssicherheit werden so auch besonders wichtige Arbeitsplätze im Inland entstehen.»


Contra

Dr. René P. Buholzer,
CEO Interpharma

«Trotz Krise war und ist die Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit patentgeschützten Medikamenten gewährleistet. Vereinzelte Engpässe betreffen überwiegend Antibiotika und gewisse Schmerzmittel. Punktuelle Verbesserungen lassen sich über das bestehende Pflichtlagersystem, erhöhte Lageranforderungen entlang der Vertriebskette oder eine Verbesserung der Rahmenbedingungen erzielen. Fakt ist: Die Schweiz wird stets auf offene Grenzen angewiesen sein. Eine vollständige Verlagerung der Produktion in die Schweiz ist eine unrealistische Forderung in unserem arbeitsteiligen Wirtschaftssystem.»