Natürlich gesund mit Heilpflanzen

Äusserlich vielseitig und farbenfroh, innerlich voller gesunder Wirkstoffe – viele Pflanzen wie Kamille, Brennnesseln, Lavendel und Co. können zu Heilzwecken eingesetzt werden.

Brennnessel

Die Brennnessel (Urtica) hat eine lange Tradition als Nahrungs- und Heilmittel und lässt sich vielseitig verwenden: als Salat oder Suppe, als Pesto oder Tee. Im Frühling sind die hellgrünen Blätter besonders schmackhaft und enthalten Eiweiss, Vitamine und Mineralstoffe. Ab August tragen die Pflanzen essbare Samen, die die Vitalität und Leistungskraft stärken sollen. Die Wurzeln werden ausserdem bei Männern mit einer beginnenden gutartigen Prostatavergrösserung eingesetzt, da ihre Phytohormone das Wasserlassen
erleichtern können.

Bei Wasseransammlungen im Körper (durch eingeschränkte Herz- oder Nierenfunktion) oder bei Leberproblemen dürfen Brennnesselprodukte nicht angewendet werden. Auch bei einer Histaminintoleranz sollte die Einnahme zuerst mit einem Arzt oder Apotheker


Kamille

Von Mai bis September blüht die Kamille (Matricaria chamomilla L). Ein Tee aus den Blüten wird oft bei Entzündungen im Magen-Darm-Bereich getrunken. Man kann den Tee auch als Gesichtswasser benutzen, da die ätherischen Öle der Kamille gegen Pickel und Hautunreinheiten wirken sollen. Wer mehrmals täglich mit Kamillentee gurgelt oder ihn als Mundspüllösung verwendet, kann Zahnfleischentzündungen lindern.


Spitzwegerich

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) zählt zu einer der ­ältesten Arzneipflanzen. Er ist vor allem als Hustenkraut bekannt, dass das Immunsystem unterstützt. Die Blätter werden zu Tee, Sirup oder Bonbons verarbeitet und wirken bei Bronchialerkrankungen schleimlösend und anti­bakteriell. Auch Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut können so behandelt werden. Des Weiteren desinfiziert die Pflanze Wunden, fördert ­deren Heilung und hemmt den Juckreiz bei Insekten­stichen. Bei Mückenstichen, Allergien oder äusserlichen Hautverletzungen können die frischen Blätter des Spitz­wegerichs zerkaut auf die betroffene Hautstelle gelegt werden. Die Blätter sind zudem reich an Vitamin C und lassen sich beispielsweise einem Salat beimischen. Blütezeit ist von Mai bis September.


Holunder

Das natürliche Mittel gegen Fieber, Schnupfen und Husten: Im Frühling lassen sich die weissen Blüten, im Herbst
die schwarz-violett glänzenden Beeren des Holunders
(Sambucus nigra) verwenden. In Form von Tee oder Sirup, den man mit heissem Wasser aufgiesst, wirken die Inhalts­stoffe schweisstreibend. Die Beeren liefern Vitamin A und C, Kalium und Eisen – sie dürfen aber nicht roh gegessen werden.

 

Verwechslungsgefahr
Achtung, die Beeren des Zwerg-Holunders (Sambucus ebulus), im Volksmund «Attich», sind hingegen giftig. Der Attich hat längere, schmalere Blätter und wird nur eineinhalb Meter hoch. Er verholzt nicht, und seine Beeren haben eine Delle.


Lavendel

Bekannt für seine beruhigende Wirkung dient Lavendel (Lavandula angustifolia) oft als Einschlafhilfe; z.B. als Strauss neben dem Bett oder in Form getrockneter Blüten in einem Kissen. Die Pflanze lässt sich auch als Badezusatz verwenden oder als Öl, das direkt auf der Haut angewendet wird. Dieses sollte man jedoch nicht zu hoch dosieren, um Hautreizungen und Allergien zu vermeiden. Lavendelöl kann bei Candida (Hefepilz), aber auch bei Hautpilz, Fusspilz oder Nagelpilz helfen. Die getrockneten Blüten lassen sich bei Verdauungsproblemen wie Blähungen auch als Tee zubereiten. Lavendel blüht im Juli und August und ist in dieser Zeit zudem ein praktisches Abwehrmittel gegen Mücken (Tee unverdünnt oder 1:1 mit Alkohol gemischt auftragen).


Medizin aus dem Kräutergarten

Bei Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder kleinen Schrammen hat die Heilpflanzen-Apotheke so einiges zu bieten.

Husten
Um zähen Schleim zu lösen, haben sich Produkte aus Thymian und Eukalyptus bewährt. Bei trockenem Reizhusten kann hingegen Spitzwegerich Abhilfe ­schaffen.

Übelkeit
Ob frisch, als Tee oder in Tablettenform: Ingwer gilt als eines der bekanntesten natürlichen Mittel bei Übelkeit – besonders bei Reise­krankheit oder Schwangerschaftserbrechen.

Wundheilung und Hautpflege
Die Ringelblume gilt als entzündungshemmend und wundheilend. In Form von Salbe wird sie oft für die Hautpflege oder bei ­kleineren Schürfwunden und Rissen eingesetzt.

Kopfschmerzen
Bei leichten Kopf­schmerzen kann ein Tupfen Pfefferminzöl auf den Schläfen und auf der Stirn lindernd wirken. Auch ein Tee aus Mäde­süss kann helfen: Die Pflanze enthält Vorstufen der Acetylsalicylsäure, die auch in vielen Kopfwehtabletten vorkommt.

Verdauungsprobleme
Eines der besten Mittel bei Blähungen ist Kümmel. Die Samen kann man im Mörser zerstossen, mit heissem Wasser über­giessen und als Tee trinken. Alternativ kann man die Samen auch kauen.

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