Kopfschmerzen: Ist das noch normal?

Fast jeder Mensch leidet hin und wieder an Kopfschmerzen. Medizinisch gesehen sind sie zwar meist harmlos, können uns aber je nach Häufigkeit und Stärke im Alltag einschränken. Oft greifen wir dann zur Schmerztablette – ein Handlungsmuster, das schnell zum Teufelskreis werden kann.

Kopfschmerzen gehören mitunter zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch. In den meisten Fällen leiden Betroffene an gelegentlich auftretenden Spannungskopfschmerzen. Eine harmlose Form, der viele Ursachen zugrunde liegen können. Ein paar bekannte Auslöser sind zum Beispiel Flüssigkeitsmangel, zu viel Stress, zu wenig Schlaf oder Wetterumschwünge. Zur zweithäufigsten Form gehört Migräne: Hierbei kommt es zu regelrechten Attacken, die mehrmals pro Monat vorkommen können. Der Schmerz ist meist mässig bis stark und geht mit Begleiterscheinungen wie Übelkeit und/oder Lichtempfindlichkeit einher, die sich oft bereits Tage zuvor durch Vorboten wie Nervosität oder Heisshunger ankündigen. Spannungskopfschmerzen und Migräne gehören in die Kategorie der sogenannten primären Kopfschmerzen; sie werden nicht durch eine andere Erkrankung ausgelöst, sondern sind das Problem selbst.

Die Kehrseite der Tablette

Wenn Kopfschmerzen als Folge einer Erkrankung oder eines äusseren Einflusses auftreten, nennt man sie sekundäre Kopfschmerzen. Ursachen dafür sind zum Beispiel Bluthochdruck, Kopf- und Halswirbelsäulen-Verletzungen oder auch ein Medikamentenübergebrauch. Heisst: Die Tabletten, die uns bei primären Kopfschmerzen helfen sollen, bewirken bei Übergebrauch genau das Gegenteil. 

Wie viel ist zu viel?

Dass wir bei Kopfschmerzen gelegentlich ein Schmerzmittel einnehmen, ist legitim. Doch bei welchem Ausmass ist Vorsicht geboten? «Problematisch wird es, wenn man über die Dauer von drei Monaten jeweils an mehr als zehn Tagen zur Tablette greift», sagt Dr. med. Andreas Gantenbein, Präsident der Schweizerischen Kopfwehgesellschaft. «Dieses Problem ist gar nicht so selten, wir rechnen mit ein bis zwei Prozent der Gesamtbevölkerung, die wegen Übergebrauch von Akutschmerzmitteln an chronischen Kopfschmerzen leiden.» Zudem kann der Übergebrauch von Schmerzmedikamenten auch zu Nieren- und Leberschäden führen.

Schnittstellen verbinden

Die erste Anlaufstelle für Betroffene ist meist die Apotheke: In der Schule, im Studium oder im Beruf möchte man schliesslich trotz Kopfschmerzen leistungsbereit sein. Daher scheint die medikamentöse Lösung oft naheliegend, zumal die meisten Schmerzmittel rezeptfrei erhältlich sind. Problematisch dabei ist, dass es für Apotheker und Ärzte schwierig ist, bei einem Übergebrauch früh genug zu intervenieren und dadurch zu verhindern, dass die Schmerzen chronisch werden. Hier sieht SWICA Handlungsbedarf. In Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Kopfwehgesellschaft sollen deshalb die Schnittstellen mit einem Pilotprojekt zum Thema «Aktiv gegen Kopfschmerz» verbessert werden. Ziel ist es, den Austausch unter Hausarzt- und Apothekernetzwerken, Spezialisten und Bewegungstherapeuten zu optimieren. Dadurch können SWICA-Versicherte je nach Art der Kopfschmerzen schneller die vielversprechendste Therapie erhalten.

Wann ist ein Arztbesuch sinnvoll?

Bei häufig wiederkehrenden, starken Kopfschmerzen, die länger als zwei Tage andauern, sollten Sie medizinischen Rat einholen. Bei Fragen steht Ihnen die telefonische Gesundheitsberatung sante24 rund um die Uhr zur Verfügung. Seit Mai können SWICA-Versicherte sich auch mit der medizinischen SymptomCheck-App BENECURA einfach, schnell und zuverlässig informieren und erhalten eine Empfehlung für ein geeignetes Vorgehen. swica.ch/benecura

So unterstützt Sie SWICA

Je nach Art des Kopfschmerzes können neben der Schulmedizin auch verschiedene Therapieformen der Komplementärmedizin Abhilfe schaffen. Aus den Zusatzversicherungen beteiligt sich SWICA beispielsweise an den Kosten für Akupunkturbehandlungen oder Yogatherapie. Das Verzeichnis mit SWICA-anerkannten Therapeuten finden Sie online: swica.ch/therapie

Auf der Website der Schweizerischen Kopfwehgesellschaft finden Sie Informationen und Tipps zum Thema von diversen Fachpersonen:  headache.ch


Soforthilfe, wenn der Schädel brummt

Schlafmangel, langes Sitzen in falscher Position, schlechte Raumluft – unser Kopf wird oft strapaziert. Diese Tipps können bei Spannungskopfweh helfen.

Koffein wirkt belebend

Neben viel Wasser verschafft Kaffee schnelle Abhilfe: Koffein fördert die Durchblutung im Gehirn und kann verengte Blutgefässe erweitern.

Ein Nickerchen machen

Machen Sie einen Powernap von 20 Minuten. Wenn Sie generell mehr schlafen möchten, sollten Sie sich vornehmen, zu einer bestimmten Uhrzeit ins Bett zu gehen.

Reize abstellen

Um einer Reizüberflutung zu entfliehen, können Sie sich für kurze Zeit einen Hörschutz oder einen Noise-Canceller-Kopfhörer aufsetzen und dabei nur auf die Atmung und die Spannung im Körper achten.

Ätherisches Öl

Tupfen Sie sich eine kleine Menge zehnprozentiges Pfefferminzöl an die Schläfe oder Stirn – es steigert die Durchblutung und wirkt schmerzlindernd.

Sich Entspannung gönnen

Wenn Sie in stressigen Zeiten an Kopfweh leiden, sollten Sie sich kleine Auszeiten gönnen – zum Beispiel durch autogenes Training oder progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

Raus an die frische Luft

Besonders Ausdauersport kann vorbeugend gegen Kopfschmerzen wirken. Bei einer akuten Attacke eignet sich jedoch ein gemütlicher Spaziergang besser.

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