Ein Geburtsgebrechen mit ungeahnten Folgen

Eine junge Frau hat seit einem Reitunfall starke Rückenschmerzen. Lange Zeit und viele Therapien später wird klar: Grund für die Schmerzen ist nicht der Unfall, sondern die angeborene Hüftdysplasie. Daniela Weiss’ langer, beschwerlicher Weg der Genesung, den sie optimistisch zusammen mit ihrer SWICA Care Managerin geht.

Wenn das Hinken nicht wäre, würde niemand vermuten, dass Daniela Weiss gerade aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Eine quirlige und aufgestellte junge Frau; ihr fröhliches Lachen ist ansteckend. «Dass ich nicht arbeiten kann, nervt», seufzt sie – und dass das Untätigsein nicht ihr Ding ist, glaubt man der 33-Jährigen aufs Wort. 

Daniela Weiss ist mit einer beidseitigen Hüftdysplasie (einer Fehlstellung der Verknöcherung des Hüftgelenks) zur Welt gekommen, die behandelt wurde, als sie wenige Monate alt war. 16 Jahre lang war sie scheinbar gesund, bis die Pferdenärrin 2012 einen Reitunfall hatte. Der dabei verletzte Fuss wurde zwar erfolgreich operiert, die starken Rückenschmerzen, die sie daraufhin plagten, blieben jedoch. Drei Jahre später gipfelten diese in einem Bandscheibenvorfall, der operiert werden musste. «Danach schien alles gut», erzählt Daniela Weiss, «doch kurz darauf wurden die Rückenschmerzen wieder so stark, dass ich meinen Alltag nur mit happigen Schmerzmitteln bewältigen konnte.» Einen Alltag, der der jungen Frau einiges abverlangte. Sie war für ein Transportunternehmen als Lastwagenfahrerin tätig. «Eine Büez, die mir schampar Freude machte», sagt Daniela Weiss wehmütig. Das lange Sitzen und das strenge Ab- und Beladen des grossen Vehikels waren allerdings Gift für sie. «Schweren Herzens musste ich diesen Job aufgeben.» 

Dass ich nicht arbeiten kann, nervt.

Daniela Weiss, SWICA-Versicherte

Als Denise Broger, Care Managerin bei SWICA, im August 2016 mit Daniela Weiss Kontakt aufnahm, war deren Situation verworren. «Wir mussten eine Auslegeordnung machen und haben überlegt, welche Therapien am meisten Erfolg versprechen könnten», erzählt Denise Broger. Eine Wasser- und eine neuartige Faszientherapie folgten, auch eine Schmerztherapie im Kantonsspital St. Gallen wurde aufgegleist. «Die Therapien haben Linderung gebracht», sagt Daniela Weiss. Und die Arbeitssituation? «Da ich nicht mehr als Lastwagenchauffeurin arbeiten konnte,war ich wieder in meinem ursprünglich erlernten Beruf als Pferdepflegerin tätig.» Nach einem knappen Jahr musste sie aber einsehen, dass auch diese Arbeit zu streng für ihren Rücken war. Während dieser Zeit habe die SWICA Care Managerin sie unglaublich unterstützt, sagt Daniela Weiss. «Sie hat alle Fäden in der Hand gehalten, hat mich versicherungstechnisch beraten – ja, mich sogar aufs RAV begleitet», staunt sie und ist überzeugt: «Ohne Frau Broger wäre vieles unmöglich gewesen – ich hätte bei den Gesprächen Zweite gemacht.» Auch bei den Verhandlungen mit der IV steht ihr Denise Broger zur Seite. «Ich strebe eine Umschulung an, damit ich möglichst schnell wieder arbeiten kann.»

Wir mussten eine Auslegeordnung machen.

Denise Broger, SWICA Care Managerin

Eigentlich hätte ihr «Fall» letztes Jahr abgeschlossen werden sollen. «Doch als ich mit Daniela Weiss nochmals Kontakt aufnahm, erzählte sie mir, dass ihre Rückenschmerzen wieder schlimmer geworden waren – ans Abschliessen des Falls war unter diesen Umständen nicht zu denken», erklärt Denise Broger. Die Care Managerin organisierte ein Round-Table-Gespräch mit Daniela Weiss und ihrem Hausarzt. Dabei wurde entschieden, dass ein Hüftspezialist hinzugezogen werden sollte. «Ein guter Entscheid!», wie Daniela Weiss betont. «Er hat den Verdacht bestätigt, dass meine Rücken schmerzen nicht vom Reitunfall kommen, sondern von meiner angeborenen Hüftdysplasie – obwohl Rückenschmerzen nicht zu den typischen Beschwerden einer Hüftdysplasie zählen.»

Daraufhin wurde die junge Frau an der Hüfte operiert. Ihrem Rücken geht es seither besser. «Ob die zweite Hüftpfanne auch noch ausgerichtet werden muss, wird sich zeigen», sagt Daniela Weiss. Nochmals eine Operation? «Wenns sein muss, und wenns hilft, dann ist es halt so», meint sie – und strahlt.

Das Care Management ist eine kostenlose Dienstleistung für SWICA-Versicherte und ihre Angehörigen. Die rund 85 Care Manager schweizweit bieten Hilfe bei der Bewältigung in komplexen medizinischen Situationen oder in schwierigen Lebensphasen.

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