Zähneknirschend durch die Nacht

Stress verarbeiten wir nachts auch über den Kiefer und wissen gar nichts davon. Das Zähneknirschen geschieht meist unbewusst, es ist weitgehend harmlos. Jedoch kann das Malmen oder Pressen den Zähnen Schaden zufügen und zu Verspannungen oder Schmerzen führen. Abhilfe schaffen Entspannungsübungen.

T un wir etwas «zähneknirschend», entspricht es nicht unseren Vorstellungen. Im Gegenteil: Wir unterdrücken unseren Unmut; machen es ungern, widerwillig. Solche Situationen können Stress auslösen, den wir nachts wortwörtlich so verarbeiten. Beim Zähneknirschen, in der Fachsprache als Bruxismus bezeichnet, pressen oder reiben die Betroffenen ihre Zähne unbewusst aneinander.

Morgens brummt der Schädel

«Zähneknirschen ist meist Ausdruck einer ungünstigen Stressverarbeitung», sagt Kareen Fanconi, Fachspezialistin Zahnmedizin bei SWICA. Eine hohe Belastung im Job, Ärger in der Beziehung und Probleme im täglichen Leben – was tagsüber verdrängt wird, wirkt sich in der Nacht unbewusst auf unseren Körper aus.

Langfristig geht die nächtliche Kiefer­aktivität ganz schön an die (Zahn-) Substanz. Durch das Knirschen wird die oberste Schicht der Zähne weggerieben. Der ständige Druck auf die Kiefermuskulatur führt häufig zu Verspannungen, die sich am Morgen durch Kopf-, Nacken- bis hin zu Schulterschmerzen bemerkbar machen. In ge­wissen Fällen wird sogar ein anhaltendes Ohrensausen (Tinnitus) ausgelöst. Das stundenlange Zusammenpressen der Zähne kann Schwindel oder Migräne sowie Probleme mit den Augen hervorrufen.

Zahnschienen und Entspannungsübungen helfen

Gegen das Knirschen helfen von Zahntechnikern angefertigte Zahnschienen – auch Relaxierungs- oder Michiganschienen genannt. Dabei handelt es sich um prothesen­ähnliche Kunststoffauflagen. Sie dienen in erster Linie dem Schutz der Zähne und lindern ebenfalls die Schmerzen.

Abhilfe bei Verspannungen der Muskulatur oder des Kiefergelenks schafft auch eine Physiotherapie. Trainiert werden vor allem Dehn- und Lockerungsübungen, um die Spannung zu lösen und den Muskel zu entkrampfen. So kann man den Mund mehrmals am Tag weit ­öffnen und dehnt so die Musku­latur. Oder man lockert die Muskulatur mit einer Selbstmassage.

Ursachen auf den Grund gehen

Letztendlich ist das aber nur eine Symptombehandlung. «Wichtig ist, die Ursachen von Bruxismus ganzheitlich zu betrachten», sagt Kareen Fanconi. Dazu müsse man sich in erster Linie mit den Stressfaktoren auseinandersetzen und heraus­finden, mit welchen Methoden sich diese am besten bewältigen lassen. Meistens helfen schon einfache Entspannungstechniken wie Yoga, Tai-Chi, autogenes Training oder eine progressive Muskelrelaxation. «Wenn die Beschwerden zunehmen oder diese die Betroffenen stark belasten, kann auch eine psycho­logische Behandlung sinnvoll sein», empfiehlt Fanconi.

Knirsche ich?

Wer herausfinden möchte, ob er nachts mit den Zähnen presst oder knirscht, kann den Zustand der Zähne beim Zahnarzt untersuchen lassen. Auch wer Kopfschmerzen und einen verspannten Nacken hat, sollte prüfen, ob die Schmerzen vom Knirschen kommen.


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