Referenzpreissystem für Generika

Der Bundesrat will ein Referenzpreissystem für Generika einführen, um Gesundheitskosten in der Höhe von 310 bis 480 Millionen Franken zu sparen. Das bedeutet: Der Bund legt fest, wie viel die Kranken­kassen maximal für ein Generikum zahlen müssen. Will der Versicherte ein teureres Medikament, muss er die Differenz selbst berappen.

Ja

Verena Nold, Direktorin von santésuisse

In der Schweiz sind Generika doppelt so teuer wie im Ausland. Gleichzeitig werden zu häufig die teureren Originalmedikamente verschrieben. Das treibt die Gesundheitskosten in die Höhe. Der Bundesrat will deshalb, dass Krankenversicherungen nur noch den Preis der gleich­wertigen, kostengünstigeren Medikamente vergüten. Wer aus medizinischen Gründen auf teurere Medikamente angewiesen ist, bekommt sie weiterhin bezahlt. Unsere Nachbarländer machen mit diesem System sehr gute Erfahrungen. Die Behauptung, diese Länder seien schlechter versorgt, stimmt nicht. Weltweite ­Lieferengpässe haben mit der konzentrierten Produktion zu tun, nicht mit dem Preisniveau.


Nein

Thomas de Courten, SVP Nationalrat und Präsident Intergenerika

Erfahrungen aus dem Ausland be­legen: Ein Referenzpreissystem ist kein probates Mittel zur nachhaltigen Dämpfung des Kostenanstiegs im Gesundheitssystem. Im Gegenteil – nach kurzfristigen Einsparungen ­steigen die Kosten aus verschiedenen Gründen wieder an. Schweizer Ärzte und Apotheker warnen vor den gravierenden Folgen für Patienten als grosse Leidtragende einer System­anpassung. Ständige Medikamentenwechsel würden die Therapietreue massiv beeinträchtigen und sinkende Medikamentenpreise kleinere Gene­rika­anbieter zur Aufgabe zwingen. Dies wiederum führt zu einer ­weiteren Verschärfung der heute schon akuten Lieferengpässe.

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