«Es braucht Therapien mit positiven wissenschaftlichen Erkenntnissen»

Im Interview erzählt Prof. Dr. med. Claudia Witt, Direktorin des Instituts für komplementäre und integrative Medizin am Universitätsspital Zürich, mehr über die Wirksamkeit von komplementärmedizinischen Therapien.

Warum ist eine Verbindung von Schul- und Komplementärmedizin sinnvoll?
Prof. Dr. med. Claudia Witt: «Einerseits entspricht es dem Wunsch vieler Patienten. Andererseits können viele Therapien sinnvoll kombiniert werden und passen sehr gut zusammen. Dazu ist es natürlich wichtig, dass man Therapien wählt, für die man auch positive wissenschaftliche Erkenntnisse hat.»

Wie misst das Universitätsspital die Wirksamkeit der Therapien?
«In der Forschung zur Komplementärmedizin kommen die gleichen Methoden wie in der üblichen Forschung in der Medizin zum Einsatz; denn auch hier gibt es komplexe, individualisierte Therapien wie in der Rehabilitation.»

Wo ist Komplementärmedizin besonders wirksam?
«Es gibt viele wirksame Anwendungsbereiche. Um ein paar Beispiele zu nennen: Akupunktur wirkt bei chroni­schen Beschwerden wie Kopf- und Rückenschmerzen oder Arthrose. Bei psychischen Symptomen kann Achtsamkeit helfen. Um die Angst bei medizi­nischen Eingriffen zu reduzieren, wurden gute Er­fahrungen mit Hypnose gemacht. Johanniskraut wirkt bei Depressionen.»

Wo sind die Grenzen der Komplementärmedizin?
«Beispielsweise in der Onkologie: Komplementär­medizinische Verfahren wirken nicht direkt gegen die Krebszellen. Hier können jedoch einige Therapien helfen, die Symp­tome der Erkrankung oder Nebenwirkungen der Tumortherapie zu reduzieren.»

Prof. Dr. med. Claudia Witt
Direktorin des Instituts für komplementäre und integrative Medizin am Universitätsspital Zürich

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