Ist eine staatliche Impfpflicht sinnvoll?

Nach einem Anstieg von Maserninfektionen wurden bereits 2019 Stimmen laut, die obligatorische Impfungen forderten. Seit der Corona-Pandemie wird das Thema «Impfpflicht für gewisse Personengruppen» noch heisser diskutiert. So sieht das Epidemiengesetz vor, dass der Bund ab einer «besonderen Lage» ein Impfobligatorium für gefährdete Bevölkerungsgruppen verhängen könnte. Zwingen kann der Staat niemanden, jedoch sind Bussen möglich.

Pro

Lorenz Hess, Nationalrat BDP/BE

«In der besonderen Lage macht ein Obligatorium für bestimmte Bevölkerungs- oder Berufsgruppen Sinn. Ob es nun um Masern, Grippe oder künftig Covid-19 geht, kann man es auch so ausdrücken: Jedes Individuum hat das Recht, krank zu werden, aber nicht das Recht, andere anzustecken. Ich würde akzeptieren, dass ich geimpft sein muss, wenn ich eine betagte Person im Pflegeheim besuchen will. Die Lage muss es aber wirklich erfordern und es wird nie möglich sein, jemanden gegen seinen Willen zu impfen. Deshalb ist ein Obligatorium in erster Linie ein deutliches Signal, das hoffentlich wirkt.»

Contra

Simone Steiger, Dipl. Naturheilpraktikerin für Manuelle Verfahren HF

«Impfbefürworter betrachten Erreger als Feinde, die nur durch Impfung kontrolliert werden können. Gegner sehen im Impfstoff die unberechenbare Gefahr. Dass der Mensch das Unkontrollierbare zu kontrollieren versucht, ist verständlich, aber nicht zielführend. Stattdessen könnte er sich seinen Ängsten stellen und auf eine gesunde Lebensführung achten. Beides stärkt auf natürliche Weise das Immunsystem, was zur Folge hat, dass äussere Einflüsse gar nicht erst zur Lebensbedrohung werden können. Das ist aber nur möglich, wenn der Mensch Eigenverantwortung übernimmt. Zwang, der ihm die Selbstverantwortung abspricht, ist dabei nicht hilfreich. Deshalb lehne ich ein Impfobligatorium entschieden ab.»

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