Beim Trainieren Arterie im Kopf geplatzt

Zweimal erleidet David Hamburger eine Hirnblutung. Die Folgen stellen sein Leben auf den Kopf. SWICA unterstützt bei IV-Abklärungen und Therapievermittlungen. Er träumt davon, mit seinem VW-Bus zu verreisen.

Musik gibt mir Zuspruch, mein Schicksal anzunehmen», sagt der 32-jährige David. «Vieles geht nicht mehr so schnell. Geduld zählt jedoch nicht zu meinen Stärken.» Dave – wie er am liebsten genannt wird – entdeckt die Musik früh, mit neun Jahren beginnt er Gitarre zu spielen. Er entscheidet sich nach der Forstwart­lehre, auch beruflich auf Musik zu setzen, und verwandelt sein ­Zimmer in der elterlichen Wohnung in ein Tonstudio. Den Lebensunterhalt verdient er als Gärtner und bildet sich berufsbegleitend zum Tontechniker weiter. Nach dem Abschluss ist er als Event­techniker in St. Gallen tätig. Als der Geldbeutel leerer wird, arbeitet er 2016 wieder als Gärtner. In der Freizeit ist er oft mit seinem VW-Bus unterwegs.

Im März 2018 geht Dave nach der Arbeit ins Fitnessstudio. Auf dem Ergometer realisiert er: Etwas stimmt nicht. Er spürt plötzlich einen starken Druck im Kopf, verliert das Gleichgewicht. Mithilfe des Fitnessinstruktors kann er sich auf einen Stuhl setzen. Der Instruktor ruft die Ambulanz. In Daves Kopf dreht sich alles, ihm wird schlecht, er muss sich über­geben. Ab da weiss er nichts mehr.

Sein Erinnerungsvermögen setzt erst im Bett des Kantonsspitals St. Gallen wieder ein. Die Ärzte ­teilen ihm mit, dass eine Arterie im Kopf geplatzt sei. Diagnose: Hirnblutung. Die Mobilität ist eingeschränkt, fortbewegen kann er sich nur noch im Rollstuhl, sich alleine waschen geht nicht. Nach längerer Rehabilitation in Valens kehrt das Körpergefühl zurück.

Mit seiner Mutter und einem Halbbruder besucht er im Sommer 2018 ein Open Air auf dem Guggisberg. Am Morgen beim Blick in den Toilettenspiegel bemerkt er, dass sein Auge nicht mehr reagiert. Mit ungutem Gefühl kehrt er zum Zelt zurück. Er wird ins Inselspital gebracht. Erneut lautet die Diagnose Hirnblutung. Als Dave dort auf­stehen will, sackt er zu Boden. Er spürt seine Beine nicht mehr. Sein linkes Auge ist gelähmt.

In dieser schweren Zeit begleitet ihn die SWICA Care Managerin ­Roswitha Oetterli. Nach dem Akut­aufenthalt im Spital leitet sie alle Schritte ein, damit er mit der Reha im Spital Riggisberg beginnen kann. Er zieht zu seinem Vater nach Thun und beginnt die Reha im Berner Tageszentrum für Hirnverletzte «Rehapunkt» mit einer ambulanten Ergo-, Physio- und Logoherapie. «Sobald ich den ­Therapeuten SWICA als Krankenversicherung angegeben hatte, war alles gut», sagt er.

Die Care Managerin kann die IV davon überzeugen, dass berufliche Integrationsmassnahmen nicht zielführend sind, und leitet ein verkürztes IV-Verfahren ein. Dave erhält die volle IV-Rente rückwirkend ab Oktober 2018. Roswitha Oetterli unterstützt ihn, die Therapien in der Ostschweiz weiterzuführen. Die Abklärungen für ein Zimmer in einem betreuten Wohnheim nimmt er selbst in die Hand.

Seit August 2019 arbeitet Dave in einer geschützten Werkstatt. Er trägt einen «Shunt», ein Ventil, das die Hirnflüssigkeit reguliert. «Ich bin mit meiner Situation zufrieden», sagt er. Er träumt davon, mit seinem VW-Bus zu verreisen und Gitarre zu spielen − bis das möglich ist, spielt er Didgeridoo.


Das tat SWICA für David Hamburger

  • Regelmässige Besuche während der Spitalaufenthalte
  • Aufgleisen der Rehabilitation in Valens, im Berner Tageszentrum für Hirn­verletzte sowie im Spital Riggisberg mit ambulanten Behandlungen (Ergo-, Physio- und Logotherapie)
  • Abklärungen für verkürztes IV-Abklärungsverfahren mit rückwirkender Rentenzahlung

Das Care Management ist eine kostenlose Dienstleistung für SWICA-Versicherte und deren Angehörige. Die rund 85 Care Manager schweizweit bieten Hilfe bei der Bewältigung in komplexen medizinischen Situationen oder schwierigen Lebensphasen.


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