Arztrechnungen kontrollieren – Verantwortung wahrnehmen

Jede Rechnung, die SWICA von Ärzten oder Versicherten erhält, wird kontrolliert, damit allfällige Fehler korrigiert werden können und keine unnötigen Gesundheitskosten entstehen. Einige Unstimmigkeiten auf einer Rechnung können aber nur vom Patienten selbst gefunden werden – denn nur er weiss, welche Leistungen tatsächlich erbracht wurden.

Der verantwortungsvolle Umgang mit Prämiengeldern ist SWICA wichtig. Dazu gehört, dass die Gesundheits­organisation jede einzelne der jährlich rund 9,5 Millionen Arzt-, Spital- und Therapeutenrechnungen, die sie von Ver­sicherten erhält, kontrolliert. Pro Jahr spart SWICA dadurch Kosten in Höhe von mehreren Hundert Millionen Franken.

Automatische Rechnungskontrolle

Ein Grossteil der Rechnungen wird digital und vollautomatisch kontrolliert. Ein ausgeklügeltes System überprüft, ob die Rechnungspositionen vollständig und korrekt erfasst sind und die Rechnung insgesamt plausibel ist. In rund 30 Prozent der Fälle stellt das System eine Unregelmässigkeit fest. Diese Rechnungen werden ausgelenkt und von einem SWICA-Mitarbeitenden «von Hand» kontrolliert. Handelt es sich tatsächlich um einen Fehler, wird der Rechnungssteller kontaktiert, um der Sache auf den Grund zu gehen. Der Patient merkt nichts davon: Er erhält von SWICA den Betrag, den er bereits bezahlt hat (abzüglich Franchise und Selbst­behalt), zurück.

Gemeinsame Verantwortung

SWICA verbessert die automatische Rechnungsprüfung stetig, damit sie noch genauer und effizienter wird. Doch ein Teil der Rechnung lässt sich auch mit modernster Technologie und grösster Sorgfalt nicht kontrollieren. Denn: Ob sämtliche Leistungen wirklich erbracht wurden oder ein Medikament tatsächlich verschrieben wurde, weiss nur der einzelne Patient. Darum ist es wichtig, dass auch die Versicherten jede Rechnung prüfen. Davon profitieren sie direkt und indirekt. Direkt, weil sie ungerechtfertigte Kosten mit ihrer Franchise und ihrem Selbstbehalt mittragen müssen; indirekt, weil sie einen Beitrag zur Eindämmung der Gesundheitskosten leisten.

Der Patient sollte übrigens immer alle Rechnungen zur Prüfung erhalten. Rechnet ein Arzt direkt mit der Krankenversicherung ab, muss er seinem Patienten laut Krankenversicherungsgesetz unauf­gefordert eine Kopie der Rechnung abgeben.

Das können Sie kontrollieren

Zugegeben, eine Arztrechnung sieht auf den ersten Blick komplex aus. Einige Punkte lassen sich aber einfach kontrollieren:

1. Name des Patienten

Betrifft die Rechnung tatsächlich Sie?

2. Behandlungs­datum

Das Datum kann einen Einfluss auf den Tarif haben, wenn die Behandlung z.B. an einem Sonntag oder einem Feiertag stattfand.

3. Behandlungsgrund

Es ist wichtig, dass der Behandlungsgrund (Krankheit, Unfall, Mutterschaft oder Unfall) korrekt aufgeführt ist.

4. Medizinische Leistungen

Wurden die auf der Rechnung aufgelisteten ärztlichen Leistungen wie Laboruntersuchungen, telefonische Beratung usw. tatsächlich erbracht?

5. Medikamente

Ist das richtige Medikament aufgeführt und sind die Packungsgrössen korrekt angegeben?

6. Zeit

Notieren Sie sich, wie lange der Arztbesuch gedauert hat, und vergleichen Sie die Zeit mit der in der Rechnung aufgeführten Konsultations­dauer.

5 Kommentare über “Arztrechnungen kontrollieren – Verantwortung wahrnehmen

  1. Im Artikel bezüglich der Selbstkontrolle von Arztrechnungen wird erwähnt, dass bei rund 30% aller von Ärzten und Spitälern gestellten Rechnungen Unregelmässigkeiten festgestellt würden. Ich würde gerne erfahren, zu wessen Ungunsten diese Unregelmässigkeiten gehen, bzw. ob hier allenfalls sogar betrügerische Angaben vorliegen, die strafrechtlich verfolgt werden müssten. Wenn der Patient von der Kontrolle der Swica nichts merkt, kann er auch nicht seine Rechte wahrnehmen, wenn offensichtlich versucht wurde, ihn über’s Ohr zu hauen.

    1. Es handelt sich beim grössten Teil tatsächlich um Missverständnisse und Versehen. Es gibt ganz selten aber auch betrügerische Absichten, um die sich unsere Abteilung für Versicherungsmissbrauch kümmert (pro Jahr ca. 100 Fälle mit einem Einsparpotenzial von 1 Million Franken).

  2. Dieser Artikel bringt ein ganz grosses Anliegen von mir auf den Punkt. Denn auch wir Leistungsbezieher haben eine grosse Eigenverantwortung nicht nur im Beziehen der Leistungen (z.B. unnötige Behandlungen vermeiden) sondern auch in der Kontrolle der Rechnungen. So, wie es für uns alle selbstverständlich ist, die Rechnungen des Steueramtes, des Handwerkers, des Lebensmittelgeschäftes, etc. zu kontrollieren, so sollte es auch jedem klar sein, die Rechnungen der medizinischen Leistungserbringer zu prüfen (die oben aufgeführte Check-Liste ist dabei sehr hilfreich und super!).
    Leider „reklamieren“ die Patienten immernoch viel zu wenig bei den Leistungserbringern, wenn sie nicht automatisch (wie im KVG Art.42 Abs.3 geregelt) eine Abrechnungs-Kopie erhalten und fordern (wenn überhaupt) diese Kopie bei der Krankenkasse an. Dies verteuert wiederum die Administration der Krankenkasse (auch mit Auswirkung auf unsere Prämien) und begünstigt die Leistungserbringer (welche bereits durch das direkte Abrechnen mit den Kassen auch finanziell profitieren).
    Da wundert es mich nicht, dass ich bei den Leistungserbringer immer wieder zur Antwort bekomme, die Kopien werden nicht gewünscht (ich „kämpfe“ schon über 10 Jahre bei Ärzten, Spitälern, Therapeuten für das Einhalten der gesetzlichen Regelung). Zwar erhält man in den meisten Fällen auf Verlangen von den Leistungserbringern Kopien. Aber eigentlich gilt hier klar (gesetzlich geregelt) die „Bringschuld“ und wird auch so von den kantonalen Gesundheitsdirektionen und vom Bundesamt für Gesundheit in Bern bestätigt.
    Vielleicht könnte hier (auch im Hinblick auf eine Vergünstigung des administrativen Aufwands bei den Kassen) ein Interessenszusammenschluss aller Krankenkassen helfen, welche gemeinsam regelmässig (in allen Medien – auch z.B. mit einem Werbespot?!) propagieren: „Leistungsbezüger, kontrolliert Eure Arztrechnungen!“
    …. Aber vorallem wäre es an der Zeit, dass auch wir Leistungsbezüger ENDLICH! mehr Eigenverantwortung übernehmen!
    Auf jeden Fall: Herzlichen Dank Fall für diesen klaren, gut verständlichen und hoffentlich Wirkung zeigenden Artikel!

    1. Vielen Dank für diesen positiven Kommentar, dem wir gerne beipflichten. Darum setzt sich SWICA dafür ein, dass Patienten die Rechnungskopien automatisch von den Leistungserbringern erhalten.

      1. …und auf welche Weise wird die SWICA diesbezüglich aktiv? An welche Stelle bei der SWICA kann ich mich wenden, wenn ich Kenntnis von einem Leistungserbringer habe, der nicht automatisch Rechnungskopien ausstellt?

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